Selbstbestimmtes Leben im Alter unterstützen

In seiner Rede zu TOP 26 (Selbstbestimmtes Leben im Alter unterstützen –
„Präventiven Hausbesuch“ für Seniorinnen und Senioren in SchleswigHolstein auf den Weg bringen)
erklärt der seniorenpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jörg Hansen:

„Die Corona-Pandemie hat es noch einmal verdeutlicht: Die ältere Generation braucht eine besondere Fürsorge.
Jeder hat wohl die gleiche oder eine ähnliche Erfahrung im Verwandtenkreis gemacht.
Zu Beginn der Einschränkungen habe ich bei meiner Mutter in Flensburg angerufen:
„Kann ich etwas für dich tun, soll ich vorbeikommen?“
Und tapfer wie sie ist, hat sie geantwortet: „Ich komme schon zurecht.
Bleib bitte zu Hause, wir wollen doch gesund bleiben.“
Natürlich war das vernünftig und auch richtig – aber das ist nicht das, was man als Sohn möchte.
Zum Glück hat sie eine gute Nachbarschaft und meine Schwester wohnt auch in der Nähe.
Mich hat das etwas beruhigt, aber natürlich ist die Situation nicht überall so, wie bei mir.
Denn es gibt viele ältere Menschen, die in dieser Zeit einsam und allein waren.
Die ältere Generation möchte überwiegend im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung bleiben.
Diesen sehr persönlichen Wunsch gilt es zu respektieren.
Manche Menschen sagen, dass damit die Probleme wachsen würden.
Ich aber sage: Einen Wunsch nach Selbstbestimmtheit darf man
nicht als Problem bezeichnen. Jamaika setzt hier bei einem Antrag aus dem Altenparlament an.
Demnach sollen im Rahmen einer Kommunalen Quartiersbetreuung die Kommunen Unterstützung erfahren,
eine aufsuchende Beratung von Senioren zu etablieren. Mit viel Engagement hatte das Altenparlament das Thema aufgearbeitet.
Die Betroffenen selbst erhalten hiermit also eine Stimme. Ich danke herzlich für diesen Impuls.

Wir wollen, dass ältere Bürgerinnen und Bürger möglichst lange selbstbestimmt in der gewohnten
und vertrauten Umgebung leben können.
Und wir wollen das nicht als Problem bezeichnen, sondern tatkräftig unterstützen,
indem wir die Selbstbestimmtheit dieser Generation fördern.
Das gilt auch beim Thema Beratung. Uns ist bewusst, dass es in diesem Kontext vielerlei
Projekte gibt, national wie international. Diese richten sich zumeist am Lebensalter aus.
Dieser Ansatz ist jedoch zu kurz gedacht, denn ein Wunsch nach Unterstützung, wie ihn Hausbesuche bieten,
kann auch früher entstehen. Warum ein Alter definieren? Dabei ist doch aber vor allem der persönliche Bedarf
oder Wunsch entscheidend. Für uns gelten drei Aspekte:
Wir wollen ein Angebot schaffen, wir müssen darüber informieren und wir müssen die Menschen dafür motivieren,
dass das Angebot angenommen wird.
Vielerorts existieren bereits Angebote oder es sollen welche etabliert werden. Es ist wichtig, dass darüber informiert wird, welche Möglichkeiten für die Menschen bestehen, um eine passgenaue Hilfe zu erhalten.
In diesem Dreiklang sieht Jamaika einen guten Weg, Menschen wieder zum Mitmachen zu bewegen,
die soziale Teilhabe zu stärken und mögliche Vereinsamung und damit seelische oder
psychosomatische Erkrankungen zu minimieren.
Das alles geschieht dann so lange es geht aus ihrer vertrauten Umgebung heraus.
Ein flächendeckender ‚Präventiver Hausbesuch‘ ist ein ehrenwertes Ziel,
es hapert allerdings an der praktischen Umsetzbarkeit.
Die Zeiten, als die typische Gemeindeschwester mit dem Fahrrad durch das Dorf gefahren ist und
sich kümmerte, sind vorbei. Das mag in kleinen Gemeinden vielleicht noch
soeben denkbar sein, aber in Metropolen, an die wir auch denken müssen,
fehlt es auch der SPD in ihrem Antrag an Vorschlägen.
Jamaika setzt neben dem Angebot auch auf die Mobilität und Digitalisierung, denn wenn man
teilnehmen möchte, muss man auch dorthin kommen.
Und Corona hat es gezeigt:
Auch für ältere Menschen gehört ein Video-Chat mehr und mehr dazu.

Mir ist klar, Rahmenbedingungen ersetzen nicht das ‚Kümmern‘, die persönliche Ansprache.
Und auch ist klar, dass hier viele Behörden und Organisationen beteiligt werden sollten.
Konzentrieren wir uns eher darauf und auch der SPD-Antrag hat das Ziel, dass wir uns auf den Weg machen.
Mit dem kleinen Unterschied, dass wir den Blick auf das Umsetzbare und für die
Bürger Bestmögliche wenden. Nehmen wir also die heutige Debatte zum
Startschuss, die ältere Generation weiter zu unterstützen. “


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